Abfluss verstopft, was tun? Selbsthilfe ist möglich

Ein verstopfter Abfluss ist meistens einfach wieder frei zu kriegen. Das wichtigste Hausmittel ist der Pömpel. Aber es gibt noch ein paar andere Möglichkeiten, dem Problem ohne Umweltschäden beizukommen.
Abfluss-Reinigung mit dem Pömpel
4. Januar 2022
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7 Minuten
Astrid Kurbjuweit

Normalerweise denkt man nicht über die diversen Abflüsse in Küche und Bad nach, sie funktionieren einfach. Das Wasser läuft ab, und fertig. Manchmal jedoch kommt es vor, dass ein Abfluss verstopft, und das Wasser eben nicht abfließt. In den meisten derartigen Fällen ist es nicht notwendig, einen Handwerker zu beauftragen, man kann sich mit Hausmitteln selbst helfen.

Abfluss verstopft. Was tun?

Wenn es passiert ist, hilft kein Jammern. Man muss etwas tun, denn normalerweise werden die Abflüsse gebraucht. Und durch Abwarten wird es nicht besser. Im Gegenteil, wenn die Verstopfung eintrocknet, kann es deutlich schlimmer werden.

Aber man kann sich mit diversen Hausmitteln helfen. Der Klempner wird nur selten gebraucht. Welches Mittel am besten hilft, hängt auch von der Art der Verstopfung ab. Auch wenn man die Verstopfung meistens nicht sehen kann, so kann man doch trotzdem fast immer begründet vermuten, was da im Weg ist.

Welche Arten von Abflussverstopfungen gibt es?

Wenn der Ablauf von Badewanne, Waschbecken oder Dusche nicht funktioniert, sind meistens Haare, eventuell verbunden mit Seifenresten schuld. Der Ausguss der Küchenspüle kann durch Essensreste verstopfen oder auch durch Fett-Kalk-Ablagerungen.

Zusätzlich bilden sich hier gerne mal Fettklumpen, die groß und hart werden können. Sie sind in den eher seltenen Fällen, in denen man den Siphon demontieren muss, meistens der Grund. Wer also in seinem Abfluss gelbliche oder schmutzig-weiße Klumpen findet und rätselt, was das denn sein könnte: Das ist vermutlich das gesammelte Bratfett der letzten Jahre.

Der Abfluss am Klo hängt an einem Abflussrohr mit deutlich größerem Durchmesser als die anderen Abflüsse. Hier kommt es also im Allgemeinen nur dann zu Verstopfungen, wenn hier Dinge entsorgt wurden, die hier nicht hingehören. Über die Jahre können sich auch Kalkablagerungen bilden und so den Rohrdurchmesser immer kleiner werden lassen. Sodass es dann doch zu Verstopfungen kommen kann. Das kommt aber selten vor, die meisten Abflüsse funktionieren selbst über Jahrzehnte einwandfrei.

Bei allen Abflüssen sind konstruktionsbedingte Verstopfungen möglich, wenn die Installation nicht nach den Regeln der Kunst erfolgt ist. Das ist selten, aber das gibt es. Auch allzu sparsamer Umgang mit Wasser kann zu Verstopfungen führen, dann allerdings meistens in größerer Entfernung vom Abfluss, irgendwo in der Wand.

Und was kann man jetzt tun, wenn das Wasser nicht mehr abläuft?

Chemische Abflussreiniger

Noch vor einigen Jahren waren chemische Abflussreiniger das Mittel der Wahl. Man kann sie immer noch kaufen, aber man sollte es nach Möglichkeit nicht tun. Sie sind definitiv umweltschädlich und ungesund, und man schießt mit Kanonen auf Spatzen, wenn man eine kleine Rohrverstopfung mit so einem drastischen Mittel bearbeitet.

Denn die chemischen Abfluss-Reiniger sind nicht so unbedingt gesund, worauf schon der kindersichere Verschluss hinweist. Sie bestehen meistens aus Natriumhydroxid (auch Ätznatron oder Natronlauge), das Fette zu Seife abbaut und Haare auflöst.

Aber die ätzende Lösung greift auch Haut und Schleimhäute an. Wenn die Mittel zusätzlich noch Chlorbleiche enthalten, was bei vielen der Fall ist, dann besteht nicht nur ein Risiko für die Gesundheit, sondern auch für die Umwelt.

Sie bedeuten eine zusätzliche Belastung für die Kläranlagen und die Gewässer. Diese Mittel sollten auch auf keinen Fall zusammen mit anderen Reinigern verwendet werden, da bei Kontakt mit Säuren giftiges Chlorgas entsteht.

Man sollte also ganz sicher sein, dass die letzte Verwendung der entsprechenden Reiniger in die Zeit vor der Verstopfung gefallen ist. Das ist eher selten der Fall, da in den meisten Haushalten regelmäßig Reinigungsmittel verwendet werden.

Hinzu kommt, dass die chemischen Reiniger nicht immer ihren Zweck erfüllen. Je nach Art der Verstopfung und je nach Dosierung kann es vorkommen, dass sie den Abfluss nicht befreien, sondern einen betonartigen Klumpen aus den Verstopfungen herstellen.

Dieser muss dann vom Klempner entfernt werden. Bevor man also zur chemischen Keule greift, sollte man andere Alternativen in Betracht ziehen, die oft billiger und einfacher sind. Auf keinen Fall sollten die chemischen Mittel vorbeugend angewendet werden.

Die erste Maßnahme sollte immer ein Versuch mit dem Pömpel sein. Das hilft fast immer.

Der Pömpel (auch Pümpel oder Saugglocke)

Der Pömpel ist das Hausmittel, wenn es um die Abflussreinigung geht. Das Mittel der Wahl, immer der erste Versuch.

Abfluss verstopft? Hausmittel gesucht? Hier ist es. Der Pömpel hilft fast immer. Günstig, langlebig, ökologisch, gut.

Abfluss verstopft? Hausmittel gesucht? Hier ist es. Der Pömpel hilft fast immer. Günstig, langlebig, ökologisch, gut.
Foto: metodej/Shutterstock

Ein Pömpel ist ein glockenförmiges, elastisches Stück Gummi mit einem Holzgriff. Ein solches Gerät sollte in jedem Haushalt vorhanden sein. Damit lassen sich die meisten Abflussverstopfungen lösen. Einen Versuch ist es immer wert.

Man füllt etwas Wasser in das Becken oder die Wanne, deren Abfluss verstopft ist, verschließt einen eventuell vorhandenen Überlauf mit einem nassen Lappen und platziert den Pömpel über den zu reinigenden Abfluss.

Durch abwechselndes Drücken und Ziehen kann man abwechselnd einen Über- und einen Unterdruck im Abflussrohr erzeugen, was meistens zur Auflösung der Verstopfung führt. Diese Maßnahme geht schnell und ist sehr oft erfolgreich. Mit viel Wasser nachspülen, und fertig.

Dadurch, dass ausschließlich mechanisch gearbeitet wird, ist das Gerät absolut umweltfreundlich.

Wenn kein Pömpel zur Verfügung steht, kann man versuchen, mit einer Plastikflasche, die mit Wasser gefüllt über den Abfluss gestülpt wird, einen Überdruck zu erzeugen. Dazu wird kräftig auf die Flasche gedrückt. Wem das zu anstrengend ist, der kann mit einem käuflichen Gerät, das mit Druckluft arbeitet, nach demselben Prinzip seinen Abfluss frei pusten.

Aber der Pömpel ist das Mittel der Wahl. Er kostet nicht viel, nimmt nicht viel Platz weg und hält ein Leben lang. Wenn der Abfluss verstopft, hat man ihn parat.

Falls es mit dem Pömpel nicht gelingt, die Verstopfung zu lösen, falls der Abfluss weiterhin gluckert, oder falls die Abstände, in denen man den Pömpel braucht, immer kleiner werden, lohnt es sich, weitere Maßnahmen zu ergreifen. Sonst nicht.

Spülen-Abfluss-Verstopfung: Heißes Wasser hilft ganz oft

Der Abfluss unter der Küchenspüle leidet besonders häufig unter einer Verstopfung, die durch eine Kombination von Essensresten und Fett hervorgerufen wird. Im Laufe der Jahre verbindet sich das Fett mit Kalk zu ziemlich harten Ablagerungen, sodass der Querschnitt des Rohres immer kleiner wird, während die Oberfläche gleichzeitig immer rauer wird.

In der Folge bleiben Essensreste leichter haften. Je älter der Abfluss ist, umso häufiger kommen also Abfluss-Verstopfungen vor.

Auf der anderen Seite sind die Verstopfungen der Küchenspüle oft besonders einfach zu lösen. Heisses Wasser verflüssigt das Fett, und schon kommt alles in Bewegung und muss nur noch mit viel Wasser weggespült werden.Vorher muss man allerdings eventuell im Becken stehendes Wasser ausschöpfen.

Der erste Versuch, die Verstopfung der Küchenspüle zu lösen, sollte also mit sehr heißem bis kochendem Wasser erfolgen. Man kann diese Maßnahme mit der Anwendung des Pömpels kombinieren. Erst wenn das nicht funktioniert, sollten andere Maßnahmen versucht werden.

Waschsoda, wenn Pömpel und heißes Wasser nicht ausreichend wirken

Waschsoda ist ein altes Hausmittel, ein Allzweck-Reinigungsmittel, das allerdings heutzutage nur noch selten verwendet wird. Aber wer es im Haus hat, kann damit auch Fettablagerungen im Abfluss lösen und beseitigen. Es wirkt sehr stark alkalisch, man muss bei der Anwendung also Handschuhe tragen und am besten auch seine Augen schützen.

Zwei Esslöffel Waschsoda und eine Tasse heißes Wasser in den Abfluss geben, mindestens 10 Minuten einwirken lassen. Dann mit viel heißem Wasser nachspülen, auch hier kann nochmal der Pömpel zum Einsatz kommen. Wenn nachspülen nicht geht, weil das Wasser nicht abläuft, dann das Wasser abschöpfen und nochmal probieren.

Waschsoda ist ein relativ mildes Mittel, es wirkt also nicht immer. Wenn Pömpel, heißes Wasser und Waschsoda nicht gewirkt haben, dann kann man entweder eine Reinigungsspirale anwenden oder den Siphon demontieren. Dazu weiter unten.

Backpulver (oder Natron) und Essig

Wo es weniger um Fett, mehr um Haare und Seife geht, also bei den verschiedenen Abflüssen im Bad, müssen andere Mittel angewendet werden. Die Porzellanschüsseln sollte man auch nicht mit kochendem Wasser behandeln, sie könnten zerspringen.

Die Mischung von Backpulver und Essig ist ein billiges Hausmittel, das nicht immer wirkt, aber in jedem Fall mal ausprobiert werden kann, wenn die anderen Mittel nicht helfen. Da der Hauptbestandteil von Backpulver Natron ist, kann man auch das nehmen, es macht hier keinen Unterschied.

Für diese Methode muss man Wasser, das eventuell im Becken steht, zuerst entfernen.

Man stellt eine halbe Tasse Essig bereit und verschließt einen eventuell vorhandenen Überlauf mit einem nassen Lappen. Dann füllt man ein bis zwei Päckchen Backpulver oder zwei bis drei Esslöffel Natron in den Abfluss und gießt den Essig sofort hinterher.

Es beginnt zu brodeln und zu sprudeln, weil Kohlensäure entsteht. Damit diese an Ort und Stelle wirken kann, verschließt man den Abfluss am besten sofort. Wenn das Brodeln aufgehört hat, spült man mit Wasser nach, am besten mit warmem bis heißem Wasser. Auch hier kann man mit dem Pömpel nachhelfen.

Wenn es nicht gewirkt hat, kann man die Anwendung auch wiederholen.

Für Mutige: Siphon demontieren

Es kommt vor, dass keins der genannten Mittel wirkt. Dann kann man immer noch den Siphon demontieren. Er befindet sich unter dem Abfluss. Unter Badewanne und Dusche müssen extra Öffnungen vorhanden sein, damit man drankommt, trotzdem kann sich die Demontage als anspruchsvolle gymnastische Übung herausstellen.

Zudem fällt eine Menge sehr schmutziges Wasser an, das aufgefangen werden muss. Empfindliche Zeitgenossen schützen sich vorbeugend gegen die sehr intensiven Gerüche, die dem demontierten Rohr entströmen.

Die handwerkliche Aufgabe ist nicht schwierig, der Ekelfaktor ist aber hoch. Man sollte sich vorher überlegen, ob man sich das antun will. Wenn man es aber tut, hat man hinterher meistens für viele Jahre Ruhe. In Mietwohnungen ist das ohnehin eine Aufgabe für den Vermieter, der wahrscheinlich einen Klempner beauftragen wird.

Wer es selbst machen will, braucht Rohrzange, Gummihandschuhe, einen Eimer oder ähnliches für das Schmutzwasser und einen Satz neue Dichtungen.

Unter Zuhilfenahme einer Rohrzange lassen sich die Verschlüsse des Siphons im Allgemeinen leicht öffnen. Um den Chrom nicht zu verkratzen, legt man am besten einen alten Lappen dazwischen. Sobald der Siphon offen ist, liegt das Problem offen zutage und kann jetzt leicht entfernt werden. Wer sich ekelt, trägt besser Gummihandschuhe.

Wenn der Siphon mal offen ist, dann reinigt man ihn am besten gleich gründlich, zum Beispiel mit einer Drahtbürste und ersetzt auch die Gummidichtungen, die sich sonst oft beim nachfolgenden Zuschrauben als undicht erweisen.

Rohrverstopfung mit der Reinigungsspirale entfernen

In selteneren Fällen kommt es vor, dass nicht der Abfluss selber, sondern das weitere Abflussrohr, das sich in der Wand befindet, verstopft. So etwas ist meistens konstruktionsabhängig, kommt also bei den meisten Abflüssen nie, bei einigen anderen dafür immer wieder vor.

Wenn man einen solchen immer wieder verstopfenden Rohrabschnitt sein eigen nennt, dann kann die Anschaffung einer Rohr-Reinigungsspirale nützlich sein. Diese Spiralen gibt es in verschiedenen Längen und leider sind sie nicht ganz billig. Die Anschaffung lohnt also nur bei wiederkehrenden Rohrverstopfungen.

Die Reinigungsspirale besteht aus einem flexiblen Drahtrohr, ähnlich einem Duschschlauch. Durch dieses Rohr verläuft ein weiterer, dünnerer Draht, der am unteren Ende aus dem Schlauch hervorragt und dort spiralförmig ausgeformt ist.

Am oberen Ende ist der Draht mit einer kleinen Handkurbel ausgestattet. Man führt die Reinigungsspirale so weit in das Abflussrohr ein, wie es geht und beginnt dann, an der Handkurbel zu drehen. Dadurch bewegt sich die Spirale weiter in das Rohr hinein und löst dabei mechanische Verschmutzungen auf.

Es gibt auch Spiralen, die nicht von Hand, sondern mit der Bohrmaschine angetrieben werden können. Vor allem bei hartnäckigen Verschmutzungen ist das natürlich wirksamer, da mehr Kraft aufgewendet werden kann.

Mit der Spirale kann man den Abfluss meistens frei bekommen. Erst wenn auch das nicht funktioniert, dann ist es Zeit, doch den Klempner zu rufen.

Vorbeugung

Wer jetzt mit mehr oder weniger Mühe seinen Abfluss frei bekommen hat, nimmt sich meistens vor, ab jetzt vorzubeugen. Das ist sinnvoll und einfach zu bewerkstelligen.

Damit der Abfluss nicht so schnell wieder verstopft, hilft ein bisschen Vorbeugung. Je weniger Haare, Essensreste und sonstige Fremdstoffe in den Abfluss gelangen, um so seltener wird er verstopfen. Ein Abflusssieb, das über den Abfluss gelegt wird, fängt Haare und Essensreste auf und kann in den Abfalleimer entleert werden.

Wer gelegentlich das heiße Nudelwasser in den Abfluss der Küchenspüle schüttet, beugt wirksam Fettablagerungen vor.

Ein altes Hausmittel ist das gelegentliche Durchspülen des Abflusses mit Kaffeesatz. Dieser sollte dabei allerdings vorsichtig dosiert werden, damit er nicht die Ursache für die nächste Verstopfung werden kann. Die Wirkung ist ohnehin etwas zweifelhaft.

Ansonsten muss man den Abfluss im Allgemeinen nicht reinigen. Gegen schlechte Gerüche schützt die Krümmung des Siphon, in der immer Wasser steht. Wenn der Abfluss also stinkt, dann kann das eigentlich nur daran liegen, dass dort eben kein Wasser steht.

Bei manchen Fehlkonstruktionen kommt es vor, dass dieses Wasser abgesaugt wird, wenn zum Beispiel die Klospülung betätigt wird. Das ist dann allerdings ein baulicher Fehler.

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