Rohr-Reinigungsspirale - Anwendung unter der Küchenspüle
1. August 2021
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3 Minuten

Mit der Rohr-Reinigungspirale gegen Rohrverstopfungen

Es kommt vor, dass Abflüsse verstopfen, und kein Hausmittel hilft, selbst der Pömpel versagt. Wenn auch nach dem Auseinanderbauen des Siphons die Ursache der Verstopfung nicht zu finden ist, dann kann eine Rohrreinigungsspirale oft helfen. Mit diesem Hilfsmittel kann man seinen Abfluss selbst freibekommen und spart so die Kosten für den Klempner oder die Rohrreinigungsfirma.

Abflussrohre können viele Meter lang sein, je größer das Haus, umso länger die Abflussrohre. Nach den Regeln der Kunst geplante und gebaute Abwassersysteme verstopfen so gut wie nie, aber zum einen kann man sich das nicht immer aussuchen, und zum anderen kommt es auch darauf an, was man so alles in die diversen Abflüsse schüttet. Oder auch, was die Vormieter so alles in die Abflüsse geschüttet haben. Mit einer Reinigungsspirale kann man Verstopfungen erreichen, die weit weg vom eigentlichen Abfluss liegen. Da solche Verstopfungen oft konstruktionsbedingt sind, also immer wieder auftreten, lohnt sich die Anschaffung der Rohrreinigungsspirale in vielen Fällen.

Die Spirale ist eine Welle

Die korrekt als Rohrreinigungswelle bezeichneten Werkzeuge gibt es in vielen unterschiedlichen Ausführungen. Zum einen unterscheidet man verschiedene Längen. Am besten ist es, wenn die Länge des Werkzeugs dem Abstand vom Abfluss zur Verstopfung entspricht. Wenn also die Verstopfung nur drei Meter entfernt ist, dann sollte man auch ein Werkzeug wählen, das zumindest nicht viel länger ist. Kürzer nützt natürlich nichts. Wenn man die Spirale allzu lang wählt, dann kann es passieren, dass sie sich außerhalb des Abflussrohres verdreht und verdrillt, also nicht vernünftig benutzt werden kann.

Die Neigung zum Verdrillen hängt auch vom Querschnitt des Werkzeuges ab. Je kleiner dieser ist, umso leichter verdreht sich das Ganze. Aber man kommt damit natürlich auch besser durch Bögen und um Ecken herum. Je länger die Welle insgesamt ist, umso größer sollte auch der Querschnitt sein, um eine gewisse Stabilität zu gewährleisten. Allerdings sollte man auch auf die Eignung für den jeweiligen Rohrquerschnitt achten. Durch 40er Abflussrohre kann man keine beliebig dicke Welle schieben.

Angebote aus dem Baumarkt reichen für die meisten privaten Haushalte und ihre Rohrverstopfungen aus. Da stellt sich dann auch die Frage des Querschnitts nicht, da ein größerer Querschnitt natürlich zu einer erheblichen Verteuerung des Werkzeugs führen würde, also im Baumarkt-Sortiment gar nicht angeboten wird. Diese einfachen Modelle werden üblicherweise mit einer kleinen Handkurbel angetrieben. Es gibt aber auch Modelle zum Anschluss an die Bohrmaschine. Profi-Geräte haben den Motor integriert, was aber nur für echte Profis lohnt.

Geräte für Profis bestehen aus mehreren Teilen, die miteinander verbunden werden können, je nach Entfernung der Verstopfung. Das eigentliche Werkzeug an der Spitze der Welle kann bei diesen Geräten ausgetauscht werden, je nach Art der Verstopfung. Einfache Baumarkt-Geräte haben meistens eine feste Länge und das Werkzeug an der Spitze ist fest montiert. Meistens hat es die Form einer Spirale, die sich durch Drehen an der Kurbel immer weiter in die Verschmutzung hineinfrisst. Es kann aber auch eine kleine Kralle oder ein Trichterbohrer sein.

Anwendung der Rohrreinigungsspirale

Wenn der Abfluss groß genug ist, kann man direkt anfangen. Oft ist es aber besser, zunächst den Siphon oder zumindest die Ablaufgarnitur (teilweise, je nach Konstruktion) zu demontieren und dann dort zu beginnen. Man schiebt die Spirale oder Welle so weit in das Rohr hinein, wie es geht. Wenn es nicht mehr weiter geht, beginnt man, an der Kurbel zu drehen. Auf die Weise können dann auch Bögen und Ecken überwunden werden. Wenn die Verstopfung erreicht ist, ist Fingerspitzengefühl gefragt. Mit Gewalt erreicht man oft nur, dass sich die Spirale festfrisst. Langsames Vorgehen, bei dem Bewegungen vor und zurück mit kontinuierlichem Drehen an der Kurbel abgewechselt werden, führt im Allgemeinen zum Erfolg. Die Spirale soll sich in die Verschmutzung hineinfressen, ohne sich festzufressen.

Natürlich hängt der Erfolg auch von der Art der Verstopfung ab. Wenn aus irgendwelchen Gründen Beton oder ein vergleichbares Material in den Abfluss gelangt ist, dann wird man mit Heimwerkermitteln eher wenig erreichen können. Dasselbe gilt, wenn Wurzeln in Rohre eingewachsen sind, die im Boden verlegt sind. Man kann vieles selbst machen, aber manchmal braucht es dann doch den Rohrreinigungs-Profi, der mit Spezialwerkzeug und vielleicht auch mit einer Kanalkamera erscheint.

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Beitragsbild: Andrey_Popov/Shutterstock