Wäsche waschen mit Regenwasser – ökologisch, hygienisch und kostengünstig

Regenwasser ist besser als Leitungswasser zum Wäsche waschen geeignet. Warum das so ist und warum es für die Umwelt besser ist und langfristig auch noch billiger. Keine hygienischen Probleme zu erwarten.
Wäsche waschen mit Regenwasser? Das geht!
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11 Minuten
Astrid Kurbjuweit
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Wäsche waschen lässt sich nicht vermeiden. Moderne Waschmaschinen sind zwar schon deutlich sparsamer als ihre Vorgänger, aber hier gibt es trotzdem noch Einsparpotenzial.

Wer seine Wäsche mit Regenwasser wäscht, schont die Grundwasservorräte und spart Waschmittel ein.

Hier geht es um die Vorteile (und Nachteile) des Regenwassers, um die richtige Art, mit dem Regenwasser umzugehen, wenn man damit waschen möchte. Und natürlich auch um mögliche Bedenken, die sich hinsichtlich der hygienischen Qualität des Regenwassers stellen.

Wäsche waschen mit Regenwasser hat fast nur Vorteile!

Vorteile des Regenwassers beim Wäsche waschen

Glücklicherweise kann man bedenkenlos seine Wäsche mit Regenwasser waschen.

Regenwasser ist  weiches Wasser. Es enthält kein, oder so gut wie kein Calcium oder Magnesium. Deshalb kann es die Waschmaschine nicht verkalken. Sie wird also vermutlich länger halten, bevor sie kaputt geht.

Wenn die Heizstäbe nicht verkalken, bleibt der Stromverbrauch der Waschmaschine niedrig.

Dadurch steigt die Lebensdauer der Waschmaschine und der Stromverbrauch zum Aufheizen bleibt über die Jahre konstant.

Man braucht weder Entkalker noch Weichspüler, man spart Waschmittel. Je nachdem, welche Härte das Wasser hat, das man ansonsten verwenden würde, braucht man unter Umständen nur die Hälfte des sonst nötigen Waschmittels.

Man kann Waschmittel verwenden, die ohne Enthärter auskommen (Baukastenwaschmittel). Das schont die Umwelt.

Weniger Waschmittel bedeuten auch eine geringere Belastung von Kläranlagen und Umwelt und sie bedeuten weniger Waschmittelrückstände in der Kleidung, was vor allem für Allergiker vorteilhaft ist.

Und nach dem Waschen lässt sich die Wäsche auch noch besser bügeln.

Regenwasser ist kostenlos. Oder jedenfalls so gut wie kostenlos. Wer eine Zisterne hat, kann das Wasser ohne zusätzliche Kosten für die Waschmaschine verwenden.

Wer eine Zisterne erst noch plant, sollte die Wassermenge für das Wäsche waschen mit berücksichtigen bei der Berechnung der Größe der Zisterne.

Hinzu kommen weitere Vorteile, die eher globaler Natur sind. Wer Regenwasser in einer Zisterne auffängt, mildert die Folgen von Starkregenereignissen ab. Das wird im Zuge des Klimawandels immer wichtiger.

Gleichzeitig senkt man seinen Verbrauch an Trinkwasser. Das schont die Grundwasservorräte und vermindert die Wassermenge, die aufwendig für den menschlichen Genuss aufbereitet werden muss.

Dieses Argument wird zunehmend wichtiger. Denn Deutschland ist schon jetzt nicht mehr so wasserreich, wie es mal war. Und dieser Zustand wird sich voraussichtlich verschärfen.

Ökologisch betrachtet ist Wäschewaschen mit Regenwasser also sehr sinnvoll.

Denn Regenwasser entsteht von selbst immer wieder neu, während Trinkwasser aus immer tieferen Brunnen gefördert werden muss, was diverse Umweltprobleme nach sich zieht.

Wäsche waschen mit Regenwasser: Nachteile

Man braucht eine Zisterne, oder sonst einen größeren Wasserspeicher. Eine einfache Regentonne, wie man sie im Garten hat, tut es eher nicht.

Denn zum einen sind diese Tonnen zu klein, und zum anderen sollte das Wasser, das man zum Waschen verwendet, kühl und dunkel gelagert werden.

Man braucht eine Wasserleitung von der Zisterne zur Waschmaschine. Dazu eine Pumpe (ein Hauswasserwerk) und Wasserfilter. Oder kurz, eine Regenwassernutzungsanlage.

Natürlich braucht man alle diese Dinge auch, wenn man das Regenwasser nur für die Klospülung und zum Putzen verwenden möchte.

Die Vorschriften der Trinkwasserverordnung besagen, dass es ausgeschlossen sein muss, dass sich das Regenwasser mit dem Trinkwasser vermischen kann. Man braucht also zwei komplett getrennte Leitungssysteme.

Die Nachteile liegen also nicht im Wasser selbst, sondern in der Installation, die man braucht, um es zur Waschmaschine zu leiten.

Wenn die Installation mal da ist, gibt es keine weiteren Nachteile mehr.

Ist es erlaubt, die Wäsche mit Regenwasser zu waschen?

Ja. Es ist erlaubt, Regenwasser zum Wäsche waschen zu verwenden. Auch wenn die Wasserversorger lieber teureres Trinkwasser verkaufen würden.

An den meisten Orten muss man für das Regenwasser Abwassergebühren bezahlen. Das hängt aber nicht am Wäsche waschen, sondern an der Regenwassernutzungsanlage.

Die kann einem niemand verbieten. Nur mit bürokratischen Hürden unattraktiv machen.

Die Qualität des Regenwassers

Viele Menschen haben Bedenken, ihre Wäsche mit Regenwasser zu waschen. Sie glauben, es wäre nicht hygienisch, das Wasser würde vermehrt Keime und Krankheitserreger enthalten.

Bei einer korrekt, nach den Regeln der Technik installierten Regenwassernutzungsanlage ist das nicht der Fall.

Es ist also glücklicherweise nicht unhygienischer als die Wäsche mit Leitungswasser zu waschen.

Das Wasser fällt keimfrei vom Himmel. Allerdings nimmt es Teile der überall vorhandenen Luftverschmutzung auf, das lässt sich nicht verhindern.

Eine korrekt arbeitende Regenwassernutzungsanlage speichert das Wasser deshalb erst, nachdem der erste Regen das Dach (und die Luft) reingewaschen hat, speichert also nur sauberes Wasser.

Das ist schon die erste Stufe der Regenwasserreinigung.

Dann läuft das Wasser durch feinmaschige Filter, bevor es in die Zisterne kommt.

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Zuletzt aktualisiert am 14. Juli 2024 um 05:15 . Wir weisen darauf hin, dass sich hier angezeigte Preise inzwischen geändert haben können. Alle Angaben ohne Gewähr.

In der Zisterne steht das Wasser. So dass sich weitere, sehr kleine Schwebstoffe, nach und nach am Boden absetzen können.

Die Zisterne selbst wird normalerweise unterirdisch gebaut, so dass das Wasser kühl, aber frostfrei, und dunkel gelagert wird.

Das resultierende Wasser kann unter Umständen sogar Trinkwasserqualität haben. Auch wenn das mitten in Mitteleuropa wahrscheinlich eher selten der Fall sein wird, der Umweltverschmutzung sei Dank.

Trinkwasserqualität ist allerdings zum Wäsche waschen nicht nötig. Es reicht aus, wenn das Wasser klar und geruchlos ist.

Untersuchungen haben ergeben, dass mit Regenwasser gewaschene Wäsche keine erhöhten Keimzahlen aufwies.

Die Wäsche, die gewaschen werden soll, enthält mehr Keime als korrekt behandeltes und gelagertes Regenwasser.

In der Waschlauge gehen die meisten dieser Keime kaputt. Der größte Teil vom Rest fließt durch den Abfluss. Und falls doch noch welche da sein sollten, werden sie beim Trocknen der Wäsche schlicht ausgetrocknet.

Wer es jetzt immer noch nicht glaubt, der muss bügeln. Spätestens mit der Hitzeanwendung ist die Wäsche dann keimfrei.

Wäsche, die mit 60 Grad und einem modernen Waschmittel gewaschen wurde, ist im Allgemeinen allerdings sowieso keimfrei.

Bei niedrigeren Temperaturen kann es vorkommen, dass einige Keime nicht abgetötet werden, aber das ist unabhängig davon der Fall, ob Trink- oder Regenwasser verwendet wird.

Messungen haben ergeben, dass das Regenwasser eine bessere Qualität aufweist als das, was für die Freigabe von Badegewässern gefordert wird. Eine korrekt installierte und gewartete Regenwassernutzungsanlage vorausgesetzt.

Wenn die eigene Regenwassernutzungsanlage dieser Beschreibung entspricht, kann das Wasser bedenkenlos für das Wäschewaschen benutzt werden.

Dem Wäsche waschen mit Regenwasser steht also nichts im Wege.

Wer immer noch skeptisch ist, kann sein Wasser testen. Wenn es klar und rein aussieht, vollständig durchsichtig ist, dabei geruchlos, dann ist es im Allgemeinen zum Wäschewaschen geeignet.

Wenn es faulig riecht, dann stimmt natürlich etwas nicht. Dann sollte man damit allerdings nicht nur nicht waschen, sondern es überhaupt nicht mehr nutzen.

Daneben gibt es natürlich auch noch die Möglichkeit, sein Wasser im Labor untersuchen zu lassen. Wer es nicht trinken will, braucht das aber nicht zu tun.

Bedenken sollte man auch, dass Waschwasser keine Trinkwasserqualität braucht, als Standard gelten die Regeln für Badegewässer.

Die von Wasser aus korrekt arbeitenden Regenwassernutzungsanlagen im Allgemeinen problemlos eingehalten werden.

Waschmaschinen für die Regenwassernutzung

Man kann jede Waschmaschine auch mit Regenwasser betreiben. Für die Waschmaschine und ihre Lebensdauer ist das sogar besser.

Es gibt Waschmaschinen mit zwei Wasseranschlüssen. Man kann sie so einstellen, dass der letzte Spülgang mit Trinkwasser durchgeführt wird. Um wirklich auch die letzten hygienischen Bedenken auszuschließen.

Allerdings haben sich diese Waschmaschinen nicht durchgesetzt. Es ist unnötig.

Wenn man zwei Wasseranschlüsse nutzt, dann eher, um die Waschmaschine an die hauseigene Warmwasserversorgung anschließen zu können.

Denn Waschmaschinen erwärmen das Wasser mit elektrischem Strom, was teurer ist als die Erwärmung mit Sonnenenergie oder durch die Zentralheizung.

Allerdings wird bei jedem Waschgang nur wenig Wasser erwärmt, meistens so um die zehn Liter, sodass die mögliche Einsparung eher gering ist. In der Folge haben sich diese Maschinen nie wirklich durchgesetzt.

Es braucht also keine spezielle Waschmaschine, wenn man mit Regenwasser waschen möchte.

Man kann die Waschmaschine nehmen, die man schon hat, oder sich eine kaufen, die man nach sonstigen Gesichtspunkten als die beste ansieht.

Wäsche waschen mit Regenwasser – nicht schwieriger als sonst

Insgesamt werden pro Waschgang heutzutage um die 50 Liter Wasser benötigt, unter Umständen auch mehr.

Wenn ohnehin eine Regenwasseranlage vorhanden ist, dann spricht nichts dagegen, die Wäsche damit zu waschen. Das spart die Kosten für das Wasser und einen Teil der Kosten für das Waschmittel.

Weichspüler wird im Allgemeinen nicht benötigt, kann also auch eingespart werden. Wer will, kann dann noch das Regenwasser mit Solarenergie erwärmen oder gleich den ganzen Strom für das Waschen selbst produzieren.

In dem Fall kann man dann bei der Anschaffung der Waschmaschine sparen, denn ihr Energie- und Wasserverbrauch ist dann nicht mehr so wichtig.

Ansonsten braucht man beim Wäsche waschen nicht darüber nachzudenken, dass man gerade mit Regenwasser wäscht.

Man muss das Waschmittel entsprechend der Wasserhärte dosieren, also für ganz weiches Wasser. Weitere Überlegungen entfallen.

Hygienische Überlegungen

Auch wenn objektiv klar ist, dass am Wäschewaschen mit Regenwasser nichts auszusetzen ist, bleiben bei vielen Menschen Bedenken.

Sie befürchten, die Wäsche könnte stinken, es könnte sich ein Biofilm in der Waschmaschine bilden, es könnte ganz allgemein unhygienisch sein.

Die Wäsche kann nur dann stinken, wenn das Wasser schon vorher stinkt. Und wenn das der Fall ist, dann stimmt mit der Regenwasseranlage etwas nicht.

Eine korrekt installierte und gewartete Regenwasseranlage funktioniert über Jahre, Jahrzehnte ohne Probleme. Ohne dass irgendetwas stinkt.

In Waschmaschinen bilden sich manchmal Biofilme. Das kann aber auch passieren, wenn Trinkwasser verwendet wird. Eine Waschmaschine muss gelegentlich gereinigt werden, egal, welches Wasser man verwendet.

Ideen, das Wasser mit Desinfektionsmitteln zu behandeln, sind dagegen nicht nur unnötig, sondern definitiv schädlich.

Zum einen ist das nicht nötig, wenn die Regenwasseranlage korrekt geplant ist und einwandfrei arbeitet.

Zum anderen schadet es der Umwelt, und auch der eigenen Gesundheit sind Desinfektionsmittel nicht wirklich förderlich.

Die meisten derartigen Mittel sind mit einer mehr oder weniger langen Liste von Gefahrstoffkennzeichnungen versehen. Kläranlagen tun sich oft schwer, sie wieder aus dem Wasser zu entfernen.

Sie wirken nicht nur auf Keime, sondern auch auf menschliche Haut, Atemwege und andere Organe. Vor allem Allergiker haben oft erhebliche Probleme damit.

Man sollte sie also nur dann anwenden, wenn es einen wirklichen Grund dafür gibt.

Die Sterilisierung, also die Keimabtötung durch Hitze wie beim Bügeln, ist der Wirkung der Desinfektionsmittel auch klar überlegen.

Technische Überlegungen

Wer bereits eine Regenwassernutzungsanlage hat, hat für gewöhnlich auch einen Wasseranschluss für die Waschmaschine. Die also nur noch angeschlossen zu werden braucht.

Wer die Anlage erst plant, sollte den Wasserverbrauch für die Waschmaschine in die Planung einbeziehen, damit das System groß genug dimensioniert wird.

Wer Regenwasser nutzt, hat für gewöhnlich auch zwei Wasseranschlüsse in der Waschküche oder im Keller, oder wo die Waschmaschine stehen soll.

Man kann den Anschluss fürs Trinkwasser schlicht ungenutzt lassen oder anderweitig verwenden, man kann aber auch hier eine Waschmaschine mit zwei Wasserzuläufen verwenden, die dann zum Beispiel mit Regenwasser wäscht, aber für den letzten Spülgang dann doch Trinkwasser verwendet.

Das ist nicht wirklich notwendig, aber manche Menschen fühlen sich mit einer solchen Regelung sicherer. Die entsprechende Verzweigung kann man auch selbst bauen.

Für die Waschmaschine ist Regenwasser besser als Trinkwasser, weil Regenwasser so gut wie keinen Kalk oder andere gelöste Minerale enthält.

Die Maschine kann auch bei hohen Temperaturen nicht verkalken, sie wäscht mit minimaler Waschmittelmenge optimal sauber.

Das lässt eine längere Haltbarkeit der Maschine erwarten. Dabei entfällt die Notwendigkeit, Weichspüler zu verwenden. Das weiche Wasser hinterlässt ganz von alleine weiche Wäsche.

Bevor man in die Regenwassernutzung einsteigt, sollte man ökologische und ökonomische Überlegungen anstellen.

Ökologisch betrachtet ist die Regenwassernutzung klar im Vorteil, man schont die Ressourcen an Grundwasser, man vermeidet Verschmutzung durch hohe Waschmittelmengen oder Entkalker.

Ob sich das Ganze auch ökonomisch lohnt, lässt sich im Voraus berechnen. Man braucht die Zisterne und die ganze Regenwasseranlage, inklusive eines Hauswasserwerkes, das (eher wenig) Strom verbraucht.

Man spart die Wassergebühren, nicht jedoch die Abwassergebühren. Das Wasser muss ja trotzdem in der Kläranlage gereinigt werden.

Je größer der Haushalt, je öfter gewaschen wird, je mehr sonstige Nutzungen für das Regenwasser eingeplant sind, umso eher wird die Anlage rentabel sein.

In jedem Fall tut man der Umwelt etwas Gutes.

Häufig gehörte Argumente, dass ein geringerer Verbrauch an Trinkwasser nur zu einer Erhöhung der Kosten für dieses Trinkwasser führen, sind nicht ganz von der Hand zu weisen.

Die Leitungssysteme sind für stetig steigenden Verbrauch durch immer mehr Menschen, die immer mehr Wasser verbrauchen, ausgelegt.

Wenn diese Vorgaben jetzt nicht eingehalten werden, dann kann es zu Störungen im Betrieb kommen. Ob es sinnvoll ist, deswegen Wasser zu verschwenden, sei dahingestellt.

Eine realistischere Planung seitens der Kommunen und Wasserversorger wäre vielleicht auch eine Option.

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Beitragsbild: New Africa/Shutterstock