Tropfbewässerung
4. August 2021
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3 Minuten

In der Landwirtschaft und im professionellen Gartenbau haben sich Tropfbewässerungssysteme zur sparsamen Bewässerung bewährt. Solche Systeme werden auch für den Hausgarten angeboten, sind hier aber oft überdimensioniert. Auf der einen Seite sind sie relativ teuer in der Anschaffung, auf der anderen Seite werden die technischen Möglichkeiten, die diese Systeme bieten, im Hausgarten nicht wirklich benötigt.

Für die Bewässerung des Hausgartens werden Systeme benötigt, die die erforderliche Wassermenge möglichst kraft- und energiesparend an Ort und Stelle bringen. Nach Möglichkeit sollten sie für die Verwendung von Regenwasser geeignet sein. Eine computergesteuerte, kontinuierliche Bewässerung mit exakt dosierten Wassermengen ist dagegen nur selten notwendig.

In kleinen Gärten ist die Verwendung der klassischen Gießkanne oft die sparsamste Methode der Bewässerung. Sie ist auch für Regenwasser, das einfach in Wassertonnen gesammelt wird, gut geeignet. Bei etwas größeren Gärten wird diese Art der Bewässerung aber schnell kraft- und zeitraubend. Üblicherweise wird hier auf Gartenschläuche und Beregnungsanlagen ausgewichen. Diese Anlagen funktionieren im Allgemeinen nur mit Wasser aus der Wasserleitung, weil ein relativ hoher Wasserdruck erforderlich ist und sie führen zu einem hohen Wasserverbrauch, da das oberflächlich aufgebrachte Wasser teilweise schon verdunstet, bevor es die Pflanzenwurzeln erreicht hat.

Tropfbewässerung

Eine Anlage zur Tropfbewässerung arbeitet deutlich sparsamer, da das Wasser direkt in den Wurzelbereich verbracht wird. Ein Nachteil sind die relativ hohen Anschaffungskosten. Sie lohnen sich nur in wirklich großen Gärten, in denen die Bewässerungsschläuche fest verlegt werden.

In nicht ganz so großen Gärten ist es oft ausreichend, das Wasser durch das sprichwörtliche Loch im Schlauch zu den Pflanzen zu bringen. Je nach Standort der Regentonne können handelsübliche Schläuche für Tropfbewässerungsanlagen verwendet werden. Diese erfordern meistens einen Wasserdruck von mindestens 0,5 bar, was einer Wassersäule von 5 Metern entspricht. Wenn diese Bedingung nicht gegeben ist, dann kann es ausreichen, die Regentonne auf einen Podest von 50 cm oder 1 m Höhe zu stellen. In dem Fall braucht der Bewässerungsschlauch dann größere Löcher. Diese kann man mittels Hammer und (kleinem) Nagel leicht in einem alten Schlauch anbringen. Das Ende des Schlauchs sollte dann noch mit einem Stopfen verschlossen werden.

Wenn man darauf achtet, dass der gesamte Schlauch vollständig mit Wasser gefüllt ist, dann kann man ihn einfach oben in die Regentonne einhängen und das Wasser läuft dann durch die Schwerkraft langsam durch die kleinen Löcher zu den Pflanzen. Auf diese Weise können auch mehrere Schläuche verwendet werden, was besser funktioniert als die Verwendung eines sehr langen Schlauches.

Anders als ein vollautomatisches, computergesteuertes Bewässerungssystem muss diese einfache Variante kontrolliert werden. Wenn genug Wasser zu den Pflanzen gelaufen ist, dann muss die Bewässerung manuell gestoppt werden. Trotzdem lässt sich die Bewässerung mit sehr geringem Arbeitsaufwand realisieren. Dabei kann Regenwasser verwendet werden, es wird keine Pumpe gebraucht und es werden nur geringe Wassermengen benötigt.

Falls es nicht möglich ist, ein System mit Schwerkraftnutzung zu installieren, zum Beispiel weil das nötige Gefälle nicht hergestellt werden kann, dann kann man eine Pumpe mit Fotovoltaik betreiben. Auch das lässt sich selbst bauen, Anregungen kann man sich auf dieser Seite holen: www.energie-sparen-in.de.

Dimensionierungsfragen

Es ist nicht ganz einfach zu sagen, wie groß das benötigte Bewässerungssystem sein muss oder wie viel Handarbeit, wie viel Automatisierung notwendig sind. Es hängt von der Gestaltung des Gartens ab, von den Ansprüchen an diesen Garten, von der örtlich gegebenen Regenmenge und natürlich von der Größe der zu bewässernden Fläche. Auch die Frage, wie intensiv man sich mit seinem Garten beschäftigen möchte, wie viel Arbeit man sich machen möchte, spielt eine Rolle. Wer viel Zeit und Muße hat, kann auch einen großen Garten mithilfe einer einfachen Gießkanne perfekt gepflegt halten. Leider trifft das nur auf wenige zu.

Wer sich nicht immer wieder soviel Arbeit machen möchte und deshalb eine Bewässerungsanlage plant, der sollte auch das oft schon vorhandene, aber auch einfach selbst zu bauende Gerätehaus oder Gartenhäuschen in seine Planung miteinbeziehen. Oft liefert die Dachfläche eines solchen Schuppens schon genug Wasser für die Gartenbewässerung. Auch kann das Dach genutzt werden, um dort Fotovoltaikmodule für den Betrieb einer Pumpe zu installieren. Wer sein Gartenhäuschen also erst plant, sollte daran denken, dass eine nach Süden geneigte Dachschräge mehr Ertrag bringt als andere Himmelsrichtungen.

Natürlich ist auch das Wohnhaus für solche Installationen geeignet, wird aber oft aus optischen Gründen nicht zuerst in Betracht gezogen, sondern erst dann, wenn klar ist, dass das Dach des Geräteschuppens nicht groß genug ist.

Mit ein paar Ein- und Umbauten kann die Hauswand auch genutzt werden, um einen Wasserbehälter in ausreichender Höhe zu installieren, sodass die Schwerkraft für die Bewässerung genutzt werden kann. Wenn er täglich neu gefüllt wird, muss dieser Behälter nicht groß sein.

Wer zu perfekten Lösungen neigt, kann sich natürlich auch fest verlegte Bewässerungsschläuche in den Garten legen lassen, die mit einem vollautomatisch betriebenen Bewässerungssystem nahezu wartungsfrei arbeiten. Die Firmen, die diese Systeme verlegen, berechnen auch die benötigte Größe.

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Beitragsbild: AjCespedes/Shutterstock