Oft bemerkt man es erst, wenn man beim Duschen im Wasser steht oder das Wasser im Waschbecken einfach nicht mehr ablaufen will: Der Abfluss ist verstopft.
Im Bad sind meistens Haare, eventuell verbunden mit Seifenresten, der Grund dafür.
Diese sammeln sich bevorzugt im Siphon. Das ist der U-förmig gebogene Teil des Abfluss-Rohres, der sich oft nur wenige Zentimeter direkt unter dem Abfluss-Sieb befindet.
Durch diese Krümmung entsteht ein Nadelöhr, in dem sich Schmutz leicht verfängt. Genau dort kommt man aber mit einem einfachen Gegenstand aus dem Haushalt oder der Werkzeugkiste oft sehr gut heran, ohne gleich den Siphon demontieren zu müssen.
Wenn das gelingt, sind auch chemische Mittel wie aggressive Abflussreiniger völlig überflüssig.
Die Kabelbinder-Methode zur Abflussreinigung
Für diesen Trick benötigt man lediglich einen etwas längeren, stabilen Plastik-Kabelbinder und einen Seitenschneider, einen Nagelknipser oder ein scharfes Messer.
Die Verwendung von Seitenschneider oder Nagelknipser, eventuell einer soliden Schere, ist vorzuziehen.
Denn Kabelbinder sind aus festem Kunststoff. Mit dem Messer kann man abrutschen und sich verletzen. Das sollte man also nur dann verwenden, wenn man sonst kein geeignetes Werkzeug findet und wenn man sich vor möglichen Verletzungen schützt.
Man schneidet in mehr oder weniger regelmäßigen Abständen kleine, schräge Kerben in die Seiten des Kabelbinders, sodass kleine Widerhaken entstehen, die in Richtung des Kopfes zeigen.
Das muss handwerklich nicht perfekt oder schön aussehen, es geht lediglich darum, dass sich Haare an diesen Kanten verfangen können.
Den so präparierten Kabelbinder schiebt man nun vorsichtig durch eins der Löcher des Abfluss-Siebs nach unten in das Rohr.
Durch leichtes Auf- und Abbewegen sowie Drehen verhaken sich die Haare in den eingeschnittenen Kerben.
Zieht man den Kabelbinder wieder heraus, fördert man den Schmutz zutage. Diesen wischt man am besten mit einem Papiertuch ab (oder man trägt Gummihandschuhe) und wiederholt den Vorgang, bis der Kabelbinder sauber bleibt.
Danach spült man mit viel heißem Wasser nach, um verbliebene Seifenreste zu lösen.
Die Methode ist einfach anzuwenden und absolut umweltfreundlich.
Ausprobieren lohnt sich in jedem Fall. Man muss aber realistisch sein, denn solche festsitzenden Haare können auch weiter unten im Abflussrohr sitzen, wo man dann mit dem improvisierten Werkzeug nicht mehr drankommt.
Alternativen zum Kabelbinder
Wenn man gerade keinen Kabelbinder zur Hand hat, lassen sich auch andere Gegenstände nutzen, um Haare aus dem oberen Bereich des Abflusses zu angeln.
Ein aufgebogener Drahtkleiderbügel, wie man ihn aus der Reinigung bekommt. Man biegt den Bügel auf und formt an einem Ende mit einer Zange einen kleinen Haken. In der gleichen Weise kann man ein beliebiges Stück Draht biegen.

Aus einem Kleiderbügel lässt sich ein kleiner Haken biegen, mit dem man die Abflussverstopfung beseitigen kann.
Foto: KI
Der Haken muss klein sein, damit er durch die Löcher des Abflusssiebs passt. Damit kommt man oft sogar noch etwas tiefer in den Siphon.
Eine lange Pinzette: Liegt das Haarknäuel sichtbar direkt unter dem Kreuz des Abflusssiebs, reicht oft schon eine lange Kosmetik- oder Haushaltspinzette, um die Verstopfung zu greifen.
Eine Häkelnadel: Durch den Haken an der Spitze eignet sich auch eine Häkelnadel hervorragend, um oberflächliche Haare aus dem Abfluss zu ziehen. Man sollte sie im Anschluss jedoch gründlich reinigen.
Wenn die Verstopfung weiter unten sitzt
Manchmal reicht es nicht aus, nur den Bereich direkt unter dem Sieb zu reinigen. Wenn das Wasser trotz des Kabelbinders oder Kleiderbügels nicht abfließt, sitzt die Verstopfung vermutlich tiefer im Rohr.
In solchen Fällen ist es ratsam, zu einer professionellen Rohr-Reinigungsspirale zu greifen, um auch tiefer liegende Hindernisse mechanisch zu beseitigen.
Alternativ kann man eins der diversen Hausmittel zur Abflussreinigung verwenden.
Es ist nur sehr selten nötig, den Klempner zu rufen.


