Kostenlos ist nur ein Bonus: Warum Regenwasser das NonplusUltra für deinen Garten ist

Garten mit Leitungswasser gießen ist oft bequemer, aber Regenwasser ist günstiger. Und es hat noch mehr Vorteile, für die Pflanzen, für den Boden und für unsere Trinkwasserversorgung
Ein gut gewässerter Garten im Sommer. Regentonne, Gießkanne und Rasensprenger, alles mit Regenwasser betrieben.
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4 Minuten
Astrid Kurbjuweit
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Regenwasser für den Garten sammeln senkt die Wasserrechnung. Das ist der offensichtliche Vorteil einer Regentonne oder Zisterne.

Doch aus gärtnerischer und ökologischer Sicht ist die finanzielle Ersparnis eigentlich nur ein willkommener Nebeneffekt.

Leitungswasser ist in Deutschland ein hervorragend kontrolliertes Lebensmittel, das für den menschlichen Verzehr optimiert ist. Für unsere Garten- und Kübelpflanzen ist es jedoch nicht immer die beste Wahl.

Hier kommen vier Gründe, warum Regenwasser für das Pflanzenwachstum und die Umwelt die deutlich bessere Alternative ist.

  1. Regenwasser ist von Natur aus weich (kalkfrei)

    Je nach Region ist unser Leitungswasser oft sehr hart, das heißt, es enthält viele gelöste Mineralien wie Calcium und Magnesium. Was für den Menschen gesund ist, kann im Gartenboden auf Dauer zu Problemen führen.

    Wird kontinuierlich mit hartem Leitungswasser gegossen, reichert sich der Kalk im Boden an und der pH-Wert der Erde steigt.

    Ein zu hoher pH-Wert erschwert oder verhindert jedoch die Nährstoffaufnahme vieler Pflanzen. Wichtige Spurenelemente wie Eisen können von den Wurzeln nicht mehr richtig aufgenommen werden, was sich oft in gelblich verfärbten Blättern mit grünen Blattadern (Chlorose) äußert.

    Regenwasser ist weich und nahezu kalkfrei. Es hält den pH-Wert des Bodens im natürlichen Gleichgewicht, was besonders kalkfliehenden Pflanzen wie Tomaten, Rhododendren oder Hortensien zugutekommt.

  2. Keine Rückstände aus der Trinkwasseraufbereitung

    Um Trinkwasser keimfrei und sicher bis in unsere Häuser zu transportieren, wird es in Wasserwerken aufbereitet. Dabei können minimale Spuren von Stoffen wie Chlor oder Ozon im Wasser verbleiben. Auch auf dem Weg durch die Rohrleitungen nimmt das Wasser mitunter Stoffe auf.

    Für den menschlichen Organismus sind diese Spuren unbedenklich, für empfindliche Pflanzenwurzeln und das Bodenleben (Mikroorganismen) stellen sie jedoch keine ideale Umgebung dar.

    Regenwasser bringt – sofern es nicht von einem stark verschmutzten Dach abgeleitet wird – keine unerwünschten Aufbereitungsstoffe in den Wurzelbereich ein.

  3. Vermeidung von Temperaturstress Leitungswasser kommt meist mit einer kühlen Temperatur von etwa 10 bis 15 Grad Celsius aus dem Hahn. Wenn im Hochsommer der Gartenboden stark aufgeheizt ist und die Pflanzen intensiv wachsen, bedeutet ein Guss mit eiskaltem Wasser aus dem Schlauch puren Stress für das Wurzelsystem.

    Dieser Temperatur-Schock kann dazu führen, dass die Pflanze in ihrem Wachstum vorübergehend stagniert und anfälliger für Krankheiten oder Schädlinge wird.

    Wasser, das in einer Regentonne oder Zisterne gesammelt wird, hat die Umgebungstemperatur bereits angenommen. Es ist lauwarm, schont die Wurzeln und kann von der Pflanze physiologisch leichter verarbeitet werden.

  4. Trinkwasser ist ein Lebensmittel. Und wird im Sommer knapp

    Neben den biologischen Vorteilen gibt es ein starkes ökologisches Argument: Trinkwasser wird zunehmend zu einer knappen Ressource. Die Grundwasservorräte schwinden, die Aufbereitung von Grund- oder Oberflächenwasser zu sauberem Trinkwasser wird zunehmend energie- und kostenaufwendig.

    Durch den Klimawandel und trockenere Sommer kommt es immer häufiger vor, dass Gemeinden zum Wassersparen aufrufen oder sogar Gießverbote verhängen müssen. Das passiert natürlich genau zu der Zeit, in der der Garten den höchsten Wasserbedarf hat.

    Das aufwendig aufbereitete Lebensmittel Trinkwasser zur Gartenbewässerung zu verwenden, ist deshalb ökologisch kaum noch vertretbar. Wer Regenwasser sammelt, entlastet die öffentliche Wasserversorgung in Spitzenzeiten und macht seinen Garten widerstandsfähiger gegen Trockenperioden.

    Fazit:
    Eine Regenwasseranlage oder auch nur eine einfache Regentonne ist weit mehr als eine Sparmaßnahme. Es ist eine aktive Investition in die Gesundheit der Pflanzen und ein wichtiger Beitrag zum verantwortungsvollen Umgang mit unserer wertvollsten Ressource: dem Trinkwasser.

    Und natürlich spart man Geld, so eine Regentonne amortisiert sich normalerweise im ersten Jahr.

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